Turnierregeln (Spielordnung)

TURNIERREGELN DES POKERVERBANDES BERLIN (SPIELORDNUNG)
(gültig ab 2017)


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Pokerregeln nach TDA+EPT ab 2016 (V.16.1.)


Inhaltsverzeichnis

A: Grundsätzliches / Hausregeln (Punkte 01 – 07)
B: Platzvergabe; Auflösung von Tischen und Spielerausgleich an Turniertischen (Punkte 08 – 13)
C: Allgemeine Verfahrensweise (Punkte 14 – 22)
D: Anwesenheit der Spieler (Punkte 23 – 25)
E: Button und Blinds (Punkte 26 – 29)
F: Regeln für das Austeilen der Karten (Punkte 30 – 35)
G: Spiel: Bets und Raises (Punkte 36 – 52)
H: Pots und Showdown (Punkte 53 – 64)
I: Etikette und Strafen (Punkte 65 – 69)
J: Sonstiges (Punkte 70 – 72)


A: Grundsätzliches:
Dieses Regelwerk „orientiert“ sich an den Turnierregeln von TDA (Poker Tournament Directors Association) und EPT (European Poker Tour). Das heißt nicht, dass eventuelle Regeländerungen von TDA und EPT sofort und ungeprüft in dieses PVB-Regelwerk übernommen werden.
Mit der Bezeichnung „Spieler“ sind gleichermaßen auch „Spielerinnen“ gemeint.


01: Turnierpersonal
Der Turnierdirektor sowie das Floor-Personal hat bei allen Entscheidungen jederzeit der Turnierintegrität und der Fairness gegenüber den beteiligten Spielern die höchste Priorität einzuräumen. Unter besonderen Umständen ist deshalb das Fairnessprinzip über eine „technische Auslegung des Regelwerkes“ zu stellen. Abschließende Entscheidungen des Turnierpersonals sind endgültig und nicht anfechtbar.


02: Pflichten der Spieler
Von den Spielern wird erwartet, dass sie ihre Anmeldedaten und die Zuweisung des Sitzplatzes bestätigen, ihre Karten schützen, ihre Absichten klar äußern, den Spielverlauf verfolgen, handeln, wenn sie an der Reihe sind, ihr Recht zu handeln verteidigen, dafür sorgen, dass ihre Karten sichtbar sind, ihre Chips richtig stapeln, während einer Live-Hand am Tisch bleiben, etwas sagen, wenn sie einen Fehler bemerken, den Tisch nach Aufforderung unverzüglich wechseln, einem Spieler zu einer Hand folgen, die Regeln kennen und einhalten und generell zu einem ordnungsgemäßen Turnierverlauf beitragen.


03: Offizielle Sprache am Tisch:
(1) In PVB-Turnieren darf im Verlauf einer Hand nur Deutsch oder Englisch gesprochen werden.


04: Offizielle Terminologie/Sprache während eines Pokerturnieres (siehe auch Nr.45)
(1) Die offizielle Poker-Terminologie ist einfach, eindeutig und vollständig: setzen (bet), erhöhen (raise), mitgehen (call), passen (fold), schieben (check), all-in, pot (nur bei Pot-Limit-Varianten zulässig).

(2) Regional benutzte Ausdrücke können ggf. zulässig sein, wenn sie die o.g. Standards erfüllen. Allerdings ist es das Risiko des Spielers, diese Terminologie zu benutzen und kann möglicherweise zu Entscheidungen des Turnierpersonals führen, die der Spieler nicht gewollt hatte. Es liegt einzig in der Verantwortung des jeweiligen Spielers, seine Aktionen eindeutig zu machen. Hierzu auch Regel Nr.41 (Durchführung eines Raises) und Nr.50 (Nicht standardisierte und unklare Bets).


05: Telekommunikation / Technische Geräte (Electronic Devices) (siehe auch Nr.6)
(1) Auf dem Tisch sind elektronische Geräte zu keiner Zeit gestattet. Sie können in einer Tasche, auf dem Schoß der Spieler oder einem Beistelltisch abgelegt werden, jedoch niemals auf einem Turniertisch (zum Tisch zählen alle Tischteile, einschließlich der Tischumrandung).

(2) Lediglich zum Hören von Musik dürfen entsprechende elektronische Geräte genutzt werden. Dies hat jedoch
nur mit Kopfhörern und mit der Lautstärke zu erfolgen, so dass andere Spieler nicht beeinträchtigt werden.

(3) Dem Spielleiter oder einem direkt hierzu Beauftragten ist es gestattet, zu Zwecken der Berichterstattung (aber auch nur hierfür) ein elektronisches Gerät zu benutzen, wenn derjenige sich nicht in der Hand befindet und der Spielablauf hierbei nicht beeinträchtigt wird.

(4) Nachteile, die sich durch das Hören von z.B. lauter Musik ergeben (z.B. das unbeabsichtigte Callen einer nicht verstandenen Raise-Announce) hat der Spieler hinzunehmen.

(5) Zur Vermeidung von Missverständnissen sei hiermit ausdrücklich festgestellt, dass die Bezeichnung
„Elektronisches Gerät“ die folgenden Geräte – jedoch nicht ausschließlich – umfasst, ob bekannt oder
unbekannt:
a) Email and Texting Devices – Generell dürfen Spieler weder Nachrichten noch Emails schreiben und lesen –
anderenfalls wird die entsprechende Hand für tot (ungültig) erklärt.
b) Telefon – Spieler dürfen am Tisch kein Telefon benutzen (telefonieren), egal ob sie an einer Hand beteiligt sind oder nicht. Zum Telefonieren müssen Sie vorher den Tisch verlassen. Während des Turniers sind laute Klingeltöne abzustellen (ggfs. nur Vibrationsalarm einstellen)

c) eBooks, usw. – Spieler können derartige Geräte nur verwenden, solange sie nicht an einer Hand beteiligt sind (eine Ausnahme bilden Audio-Geräte).
d) Laptops, iPads, Netbooks, Computer, usw. – Spieler dürfen derartige Geräte am Tisch nicht verwenden.
(Ausnahme : Mitspielende Berichterstatter oder Schriftführer des bzw. für den PVB)
e) An Fernsehtischen oder dem Finaltisch eines Main Events sind keine elektronischen Geräte erlaubt.
f) Tisch-Ablenkungen :
Die Turnierleitung behält sich das Recht vor, Spieler zum Beenden der Nutzung eines oder aller elektronischen Geräte oder anderer Gerätschaften aufzufordern, wenn das Floor-Personal der Meinung ist, dass durch diese Nutzung der Zeitplan oder andere Spieler am Tisch beeinträchtigt werden. Spieler können den Dealer bitten, sich an das Floor-Personal zu wenden, wenn sie der Meinung sind, ein Spieler beeinträchtige den Spielablauf durch äußere Einflüsse, inklusive – jedoch nicht ausschließlich – Bücher, Zeitschriften oder elektronische Geräte.


06: Foreign Objects
(1) Es dürfen keine turnierfremden Objekte auf dem Tisch liegen, mit Ausnahme von maximal einem
Kartenschützer (in angemessener Größe). Dies gilt auch für einen turnierfremden Pokerchip.

(2) Laut Regel Nr.05 dürfen keine elektronischen Geräte auf dem Tisch oder der Tischumrandung abgelegt
werden.


07: Deal Making
(1) Deals sind in jedem PVB-Turnier nicht erlaubt.


B: Platzvergabe; Auflösung von Tischen und Spielerausgleich an Turniertischen

08: Platzauslosung
(1) Die Sitzverteilung wird zur Turnieranpassung durch die Turnierleitung festgelegt. Die Vereinsspieler werden zu Turnierbeginn (möglichst) gleichmäßig an die einzelnen Tische verteilt. Die Turnierplätze an den einzelnen Tischen werden dann den Spielern durch Zufall zugewiesen.

(2) Die Liga-Spieltage werden im Sit&Go-Modus durchgeführt. Eine Auflösung von Tischen bzw. das Umsetzen
von Spielern erfolgt hier demzufolge nicht.

(3) Ein Spieler, der sein Turnier mit dem korrekten Anfangsstack auf einem falschen Platz beginnt, ist umgehend mit seinem aktuellen Chipstand an seinen richtigen Platz umzusetzen.


09: Table Balancing / Ausgleich der Tische (gilt nicht bei Liga-Spieltagen)
(1) Beim Ausgleich der Tische sollte sich der umgesetzte Spieler in seiner Position nicht verschlechtern. In der Regel wird der Spieler umgesetzt, der am alten Tisch dieselbe Position zum Button hat wie (der freie Platz) am neuen Tisch.

(2) Die Auswahl, von welchem Tisch der Spieler genommen wird, wird ausschließlich durch die Turnierleitung
festgelegt. Die Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt ein Tisch aufgelöst wird oder Tische ausgeglichen
werden, obliegt letztendlich nur der Turnierleitung.

(3) An Tischen, an denen 3 oder mehr Plätze frei sind, wird das Spiel gestoppt, bis alle neuen Spieler Ihren Platz eingenommen haben.


10: Tischauflösung (gilt nicht bei Liga-Spieltagen)
(1) Spieler, die von einem aufgelösten Tisch kommen, übernehmen auf dem neuen Platz die Rechte und Pflichten dessen. Sie können im grossen Blind und am Button einsteigen. Einzige Position, in der sie keine Hand erhalten, ist zwischen kleinem Blind und Button.

(2) Die umgesetzten Spieler haben bei einer Tischauflösung keinen Anspruch auf einen „gleichguten“ oder
„besseren“ Platz. Insofern ist es möglich, dass ein Spieler, der am aufgelösten Tisch gerade das Big Blind gezahlt hat, auch am neuen Tisch sofort dieses (wieder) zahlen muss.

(3) Ein Spieler, der bei Tischwechsel oder Tischauflösung absichtlich die Blinds umgeht, muss die Blinds
nachbringen und/oder erhält einen Penalty. Die nachgebrachten Jetons kommen in den nächsten Pot und sind „Dead money“.


11: Spieler mit körperlichen Einschränkungen
(1) Spielern mit körperlichen Einschränkungen wird, soweit wie möglich, entgegengekommen.


12: Mitlaufende Stacks / Leaving Tournament
Liga-Spieltage :

(1a) Mit vorheriger, ordentlicher Anmeldung bis zum Turnierstart kann ein Stack bei Verspätung eines Spielers für
die Dauer einer Blindstufe ( 25 Min. ) im Turnier mitlaufen. Danach wird der Stack vom Floor-Personal
eingezogen und das Turnier mit 0 Punkten für den entsprechenden Spieler gewertet.

(2a) Während dieses PVB-Turniers darf ein Spieler maximal 25 Minuten durchgehend aussetzen. Eine Zuwider-
handlung wird mit Ausschluss aus dem Turnier, Wertung der aktuellen Position und Einzug des Stacks
geahndet.

Berliner Pokermeisterschaft, Berliner OMAHA-Pokermeisterschaft und Championstable :

(1b) Mit vorheriger, ordentlicher Anmeldung bis zum Turnierstart kann ein Stack bei Verspätung eines Spielers für die Dauer einer Stunde ( 60 Min. ) im Turnier mitlaufen. Danach wird der Stack vom Floor-Personal
eingezogen und das Turnier mit 0 Punkten für den entsprechenden Spieler gewertet.

(2b) Während dieses PVB-Turniers darf ein Spieler maximal 60 Minuten durchgehend aussetzen. Eine Zuwider-
handlung wird mit Ausschluss aus dem Turnier, Wertung der aktuellen Position und Einzug des Stacks
geahndet.

(3) Das längere Verlassen des Tisches ist dem Floorman durch den betreffenden Spieler mitzuteilen.

(4) Der Dealer hat darauf zu achten, ob und wie lange ein Spieler den Tisch verlässt. Dies hat er bei einem
Wechsel dem nachfolgenden Dealer und bei Zeitablauf (25min/60min) dem Floor-Personal zu melden.

(5) Die Spielchips des betreffenden Spielers werden weiterhin „ausgeblindet“, also eingezogen, wenn er mit
seinen Blinds an der Reihe ist. Sollte der Spieler jedoch in dem Augenblick, wenn seine letzten Chips
ausgeblindet werden, in den Preisrängen sein, behält er seinen Anspruch auf alle Preise, die ihm
normalerweise aufgrund seiner Turnierplatzierung zustehen würden.

(6) Das Floor-Personal hat den eingezogenen Stack zu zählen und auf der Tischkarte zu notieren


13: Identification
(1) Alle Spieler sind verpflichtet, sich beim Einnehmen ihrer Startplätze mit ihrem PVB-Spielerausweis (sobald
vom PVB ausgegeben) zu identifizieren. Jeder Spieler, der einen falschen Ausweis vorlegt oder sich für einen
anderen Spieler ausgibt, wird bestraft bis hin zur Disqualifikation vom Event.


C: Allgemeine Verfahrensweise

14: Nächste Hand und Neue Blindstufe (siehe auch Nr.64)
(1) Wenn in einer Blindstufe die Zeit abgelaufen ist, werden durch die Turnierleitung die neuen Blinds annonciert,
die ab der nächsten Hand gültig sind.

(2) Sollte während des Turniers die Blinduhr für den Dealer sichtbar sein, hat dieser an seinem Tisch die Blinds
auch zu erhöhen, falls die neuen Blinds nicht durch die Turnierleitung hörbar vor dem Beginn der neuen Hand
annonciert wurden.

(3) Eine neue Hand beginnt mit Start des Mischen per Hand, oder, wenn eine Mischmaschine benutzt wird, mit
dem Drücken des Misch-Button der Maschine durch den Dealer.


15a: Chip Race / Chip Up – Verfahren bei der Herausnahme niedrigwertiger Chips
(nur bei Liga-Spieltagen)
(1) Chip Race und Chip Up werden an den Liga-Spieltagen i. d. R. nicht durchgeführt.

(2) Der Floorman hat jedoch jederzeit das Recht, in den höheren Blind-Level zur Beschleunigung des Spiels einen Großteil der niedrigwertigen Chips umzutauschen („color up“), wenn diese nicht mehr benötigt werden.

15b: Chip Up – Verfahren bei der Herausnahme niedrigwertiger Chips
(nur bei Berliner Pokermeisterschaft, Berliner OMAHA-Pokermeisterschaft und Championstable)
(1) Sollten Chips wegen ihrer geringen Wertigkeit nicht mehr benötigt werden, erfolgt (spätestens) in der nächsten
Pause durch das Floor-Personal ein Umtausch in den nächsthöheren Wert (z.B. jeweils fünf 100er-Chips
werden in einen 500er-Chip getauscht). Sollte ein Umtausch nicht mehr möglich sein, wird ein evtl.
verbleibender Chip mit geringerem Wert in einen Chip mit dem nächsthöheren Wert getauscht (Chip Up).

(2) Ein Spieler kann demzufolge allein durch diesen Wechselvorgang nicht aus dem Turnier ausscheiden.

(3) Die Spieler sind aufgefordert, beim Chip Up persönlich anwesend zu sein.


16: Chips im Spiel müssen jederzeit sichtbar und zählbar sein / Visible Chips / Wechseln von Chips
(1) Um allen Spielern jederzeit die Möglichkeit zu geben, die Chips der Mitspieler sehen und abzählen zu können,
sollten die Chips in übersichtlichen Stacks aufgestellt sein. Der PVB empfiehlt einfarbige Stacks zu jeweils 20
Chips oder einem Vielfachen davon aufzustellen. Dabei müssen die Spieler die höherwertigen Chips jederzeit
sichtbar und erkennbar (vorn/oben) aufstellen.

(2) Dem Turnierdirektor ist es erlaubt, die Chips auf Anzahl und Chipwert zu überprüfen und jederzeit ggfs. einen
„color up“ durchzuführen. Der Spieler hat das Recht, beim „color up“ persönlich anwesend zu sein.

(3) Spieler dürfen Chips nie direkt untereinander wechseln. Zuwiderhandlungen können mit einem Ausschluss
aus dem Turnier geahndet werden.

(4) Zum Wechseln von Chips haben die beteiligten Spieler immer den Dealer zur Hilfe zu nehmen. Dieser hat den
Wechselvorgang durchzuführen bzw. zu überwachen.


17: Transportieren von Turnierchips / Moving Chips
(1) Kein Spieler darf Turnierchips so halten oder transportieren, dass sie nicht sichtbar sind. In der Regel ist für
den Transport immer ein Chiptray (Chip-Tablett) zu benutzen.

(2) Spieler dürfen zu keiner Zeit (auch nicht in den Spielpausen) Chips vom Tisch entfernen bzw. einstecken.

(3) Ein Spieler, der dies tut, verliert diese Chips und kann sogar vom Turnier disqualifiziert werden. Die
eingezogenen Chips werden aus dem Turnier genommen.

(4) Die Ahndung für Diebstahl und des unerlaubten Einbringens von Chips obliegt der Turnierleitung und wird
höchstens mit Turnierausschluss und ggfs. Vertragstrafen für den Verein gewertet.


18: Visible Cards
(1) Die Spieler müssen ihre Karten jederzeit für alle Spieler sichtbar halten. Die Spieler werden aufgefordert, zum
Schutz ihrer Karten statt ihrer Hände einen Kartenschützer zu verwenden. Dies stellt sicher, dass die Karten
jederzeit zu sehen sind. Die Spieler dürfen ihre Karten zu keiner Zeit verstecken oder auf irgendeine andere
Art verbergen.

(2) Spieler, die gegen diese Regel verstoßen, können ihre Spielrechte verlieren oder bestraft werden,
einschließlich der Möglichkeit, dass ihre Hand für tot (ungültig) erklärt wird.


19: Wechsel des Kartensatz (-deck)
(1) Ein Wechsel des Kartensatzes erfolgt nur auf Anforderung des Dealers, entsprechend der Vorgaben der
Turnierleitung. Kleinere (kaum sichtbare) Markierungen oder Wölbung der Karten sind kein Grund für einen
Wechsel, für alle Spieler sichtbare Markierungen und Knicke in den Karten sind ein Wechselgrund.

(2) Ein Spieler selbst darf den Wechsel des Kartensatzes nicht verlangen, sondern lediglich den Dealer auf
Kartenmarker hinweisen.

(3) Die Entscheidung des Floorman, ob und ggfs. wann (z.B. erst in der nächsten Pause) das Kartendeck
gewechselt wird oder nicht, ist endgültig.

(4) Die offensichtlich mutwillige und/oder wiederholte Markierung oder Beschädigung von Karten durch einen
Spieler hat der Dealer dem Floor-Personal zu melden. Der Spieler wird hierfür bestraft.


20: Re-buys
(1) Re-buys sind in den Turnieren des PVB generell nicht zulässig.


21: „Zeit/Time“ beantragen / Calling for Clock (siehe auch Nr.23)
(1) Nachdem eine annehmbare Zeit (ca. 1 min. bei Minimalentscheidungen, ca. 2 min. bei All In-Situationen) für die Entscheidung eines Spielers abgewartet wurde, darf ein Spieler beim Dealer „Zeit“ beantragen.

(2) Um „Time“ zu rufen, muss ein Spieler an seinem zugewiesenen Platz sein.

(3) Nur der Dealer darf in Abhängigkeit von der Spielsituation entscheiden, ob eine „annehmbare Zeit“ vergangen
ist und dann die Turnierleitung zur „Zeit“-nahme rufen.

(4) Ab Beginn der „Zeit“-nahme durch das Floor-Personal hat der Spieler noch eine weitere Minute Zeit für seine
Entscheidung. Hierbei werden die letzten 10 Sekunden herunter gezählt und die Hand danach für „tot“ erklärt.
Hat der Spieler nicht vor Ablauf des Countdowns agiert, ist seine Hand automatisch tot.

(5) Das wiederholte und offensichtliche Verzögern des Spiels kann geahndet werden.


22: Rabbit Hunting
(1) Das sogenannt rabbit hunting ist während eines Turniers nicht gestattet. Rabbit hunting ist das Aufdecken von
Karten durch den Dealer „die gekommen wären“, obwohl eine Hand bereits beendet wurde.


D: Anwesenheit der Spieler

23: „Am Platz“-Regel
(1) Ein Spieler muss, sobald die erste Karte am Tisch verteilt wird, auf seinem zugewiesenen Platz sein,
ansonsten wird die Hand sofort für „tot“ erklärt. Dies gilt auch für den „Big Blind“.

(2) Ein Spieler muss an seinem zugewiesenen Platz sein, um das Recht zu haben, die Turnierleitung zur
„Zeit“-nahme zu rufen. Siehe dazu Regel Nr.21 („Zeit/Time“ beantragen).


24: Laufende Hand / Verbleibende Aktion
(1) Ein Spieler darf seinen Platz nicht verlassen, solange seine Hand noch aktiv ist. Verlässt er diesen doch, erhält der Spieler eine Ermahnung bzw. Strafe.


25: Action Pending
(1) Ein noch aktiver Spieler darf den Tisch erst verlassen, wenn er an der Reihe ist und seine Hand gefouldet hat
oder die Hand beendet ist.

(2) Ist ein Spieler All-in, darf er den Tisch nicht verlassen. Er darf sich weder unter das Publikum mischen noch im
Raum umhergehen oder Kontakt zu den Medien aufnehmen usw.

(3) Verlässt ein Spieler den Tisch, solange er aktiv an einer Hand teilnimmt, zieht dies eine Strafe nach sich.


E: Button und Blinds

26: Button
(1) Der Button wird in der Regel durch den Dealer bewegt.

26a: Button bei den Liga-Spieltagen
(1) Der Button startet generell an Platz 1.

26b: Button bei der Berliner Pokermeisterschaft, der Berliner OMAHA-Pokermeisterschaft und beim Championstable
(1) Der Button wird zu Beginn des Turniers sowie bei Wiederaufnahme am Finaltisch durch die Ziehung der höchsten Karte (an einem vom Floorman auserwählten Tisch) ermittelt. Diese Ziehung bestimmt die Button-Position für das gesamte Teilnehmerfeld eines Turniers.


27: Toter Button / Dead Button
(1) Im Turnier ist bei Ausscheiden eines Spielers im Small Blind oder das Hinzukommen eines neuen Spielers auf
der Big Blind-Position der Dead Button für die nächste Hand obligatorisch (Button geht nicht weiter und bleibt
2x auf derselben Position).


28: Buttonregel im Heads-up
(1) Im Heads-up ist der Small Blind gleichzeitig der Button und muss in der ersten Setzrunde als Erster agieren.
In allen folgenden Setzrunden muss der Big Blind als Erster agieren.

(2) Der Button ist zu Beginn des Heads-up ggfs. so zu verändern, dass ein Spieler nicht zweimal in Folge als
Big Blind agieren muss.


29: Incorrect Button
(1) Wurde der Dealer Button falsch platziert und dies erst nach „Substantial Action“ (siehe Nr. 31) bemerkt,
wird das Spiel fortgesetzt und der Button im Uhrzeigersinn weitergesetzt.

(2) Wird die Fehlposition vor „Substantial Action“ entdeckt, wird die Hand für ungültig erklärt und die Position
des Button korrigiert.


F: Regeln für das Austeilen der Karten

30: Misdeal
(1) Bei Misdeals gilt immer, dass neu gemischt und gegeben wird, vorausgesetzt, der Fehler wird bemerkt, bevor
zwei/drei Spieler ihren Zug gemacht haben (siehe Nr.31: „Substantial Action“)

(2) Unter anderem sind die folgenden Situationen Misdeals:

a) Eine der ersten beiden Karten, die ausgeteilt werden, ist sichtbar.

b) Zwei oder mehr Karten werden durch den Dealer aufgedeckt.

c) Zwei oder mehr Karten sind sichtbar oder lagen im Kartenstapel verkehrt herum.

d) Die erste Karte wird dem falschen Spieler ausgeteilt (z.B. wenn der Button an der falschen Position liegt).

e) Karten werden an einen (z.B. leeren) Platz verteilt, der keine Karten erhalten durfte.

f) Ein Spieler, der Karten erhalten haben müsste, hat diese nicht bekommen.

g) Eine falsche Anzahl von Karten wurde bei einem Spiel ausgeteilt.

h) Eine Karte wurde nicht in der richtigen Reihenfolge ausgeteilt.

i) Wenn das Fehlen einer oder mehrerer Karten bemerkt wird.

(3) Wenn möglich sollte der Fehler durch den Dealer berichtigt werden. Dies ist u.a. nur möglich, wenn kein
Spieler bereits Einsicht in seine Karten genommen hat und die richtige Kartenreihenfolge hergestellt werden
kann.

(4) Am Button können Spieler zwei aufeinanderfolgende Karten ausgeteilt bekommen.

(5) Hat bereits „substantial action“ (siehe Nr.31 ) in einer ausgeteilten Hand stattgefunden, kann die Hand nicht
mehr als Misdeal deklariert werden, sondern ist fortzusetzen.

(6) Hat ein Spieler 3 Karten erhalten und dies wird zu spät bemerkt, zieht der Floorman eine der Karten, die dann als Burncard verwendet wird.


31: Substantial Action (nach TDA) (siehe auch Nr.30)
(1) „Substantial Action“ ist wie folgt definiert:

a) zwei aufeinander folgende Aktionen von Spielern haben stattgefunden, von denen mindestens eine
eine bet oder ein call sein muss (also alle zwei Aktionen, die nicht zwei checks oder zwei folds sind) oder

b) drei beliebige Aktionen (check, bet, raise, call oder fold).


32: Boxed Card
(1) Wird eine Boxed Card (Eine Karte, die im Deck mit der Bildfläche nach oben liegt ) im Kartenblatt entdeckt,
wird sie aus dem Spiel genommen und als nicht vorhanden gewertet.


33: Fouled Deck
(1) Ein „Fouled Deck“ nennt man ein Kartenblatt mit einer inkorrekten Anzahl von Karten. Dazu zählen auch
Blätter mit verschiedenen Rückseiten oder mit mehreren Karten gleichen Werts oder gleicher Farbe.

(2) Spieler, die vorsätzlich eine Hand spielen, obwohl sie wissen, dass es sich um ein „Fouled Deck“ handelt,
erhalten keine in den Pot gezahlten Chips zurück und können zusätzlich für das Zurückhalten ihres Wissens
bestraft werden.

(3) Ein Spiel mit einem Deck, in dem eine oder mehrere Karten fehlen, macht keinen Unterschied in den
Ergebnissen der Hand.


34: Vier Karten Flop
(1) Wird ein Flop mit vier (statt drei) Karten verteilt, unabhängig davon, ob diese bereits umgedreht wurden, hat
der Dealer die offensichtliche Burn-Karte (nur falls diese eindeutig zu identifizieren ist) zurück auf den
Handstapel zu nehmen und als (nächste) Burn-Karte zu verwenden.

(2) Ist eine Identifikation der Burn-Karte nicht eindeutig möglich, sind diese vier Karten erneut verdeckt zu
mischen. Der Floorman wird dann aus diesen vier Karten eine Karte ziehen, die dann zur (nächsten)
Burn-Karte wird, während die anderen drei Karten den Flop bilden.


35: Weitere Irregularities
(1) Wenn ein Dealer versehentlich eine zusätzliche Karte dealt, bevor eine Aktion stattfindet, wird die Karte an die
Spitze des Stapels gesetzt und als Burn-Karte für die nächste Runde verwendet.

(2) Am Anfang einer jeden Runde muss eine Karte „gebrannt“ werden. Wenn ein Dealer dies nicht tut oder mehr
als eine einzelne Karte brennt, müssen die Karten an die richtigen Spieler wiederhergestellt werden, wenn der
Fehler gefunden wird, bevor es einen Einsatz in dieser Runde gibt.

(3) Wenn versehentlich zwei Karten „gebrannt“ werden und eine Korrektur nicht eindeutig möglich ist, zieht der
Floorman eine der beiden Karten, die dann als nächste Burncard verwendet wird.

(4) Wenn „Substantial Action“ (siehe Nr.31) erfolgt ist, gelten die Karten als gedealt.

(5) Wenn der Dealer die nächsten Karte dealt, bevor das Setzen komplett in einer Runde beendet ist, wird diese
Karte eingemischt, die Setzrunde beendet und die nächste Karte neu gedealt.

(6) Sollte der Dealer das Deck foulden, weil er dachte, der Deal ist vorbei, muss die Hand trotzdem zu Ende
gespielt werden und das Deck so gut wie möglich wiederhergestellt werden.


G: Spiel: Bets und Raises

36: Mündliche Annoncierung einer Aktion / Aktionsreihenfolge
(1) Die Spieler haben in der vorgegebenen Reihenfolge zu agieren.

(2) Die mündliche Annoncierung einer Aktion ist für den Spieler, der an der Reihe ist, bindend.

(3) Chips, die von dem Spieler, der an der Reihe ist, in den Pot gelegt werden, müssen im Pot verbleiben.


37: Aktion außer der Reihenfolge
(1) Die Spieler müssen zu jeder Zeit der Reihe nach agieren.

(2) Spieler, die absichtlich außer der Reihe agieren, können bestraft werden.

(3) Eine Aktion, die ein Spieler außer der Reihenfolge tätigt, bleibt bindend, wenn sich Situation bis zu dem
Spieler, der vorzeitig agiert hat, nicht verändert. Ein Check, ein Call oder ein Fold verändern die Situation
nicht.

(4) Verändert sich die Situation, ist die Aktion, die außer der Reihenfolge deklariert wurde, nicht mehr bindend,
der Einsatz außer der Reihe wird dem Spieler zurückgegeben. Sobald dieser Spieler nun an der Reihe ist, hat
er alle Optionen zu einem Call, Raise oder Fold.

(5) Ein Fold außerhalb der Reihenfolge ist hingegen immer bindend.

(6) Anzeigen, dass man foulden wird, ist nicht erlaubt und wird geahndet.


38: Unkorrekte Fold
(1) Alle Folds, die vor Ende der letzten Betting-Runde (vor der Show Down Phase) erfolgen und entweder auf
einen Check erfolgen, wenn der Spieler an der Reihe ist, oder generell außer der Reihe erfolgen, sind zwar
verbindlich, können aber eine Strafe nach sich ziehen, da sie unkorrekt erfolgen.


39: Folded Hands
(1) Eine Hand gilt als gepasst, sobald sie vom Dealer berührt wurde oder mit den verbrannten Karten, dem Board
oder dem Stapel verdeckt liegender, vom Spieler oder vom Dealer abgeworfener Karten in Berührung kommt.

(2) Anwenden der Regel Nr.1: Das Floor-Personal kann eine eigentlich abgeworfene Hand wieder ins Spiel
bringen, wenn es dafür einen wichtigen Grund gibt und wenn die korrekte Hand eindeutig wieder identifiziert
werden kann.

(3) Sobald ein Spieler seine Karten mit einer eindeutigen Vorwärtsbewegung abwirft, wird die Hand als gepasst
gewertet. Die Entscheidung des Floor-Personals ist endgültig.

(4) Folds außer der Reihe sind immer bindend.


40: Physikalische Aktionen (nach und außer der Reihe)
(1) Alle Chips, die von Spielern in den Pot geschoben werden, wenn diese am Zug sind, bleiben im Pot
(Ausnahme: Es wurde mit nur einem Chip gecallt).

(2) Hat ein Spieler erhöht und seine Hand ist „killed“, bevor sein Raise gecallt wurde, darf der Spieler den Betrag
der Erhöhung zurücknehmen, verliert jedoch die Summe des Call.

(3) Für alle Chips, die außer der Reihe in den Pot gelegt werden, gilt Regel für „String Bets“ gleichermaßen.

(4) Spieler, die außer der Reihe agieren, um das Spiel zu beeinflussen, werden bestraft.


41: Durchführung eines Raises
(1) In No-Limit-Varianten ist ein Raise in folgenden drei Varianten zulässig:

a) Der gesamte Betrag wird in einem Zug in den Pot befördert.

b) Der Betrag wird zunächst mündlich annonciert und wird dann in den Pot befördert.

c) Es wird zuerst mündlich ein Raise annonciert, dann der Betrag für den Call platziert und in einem dritten Schritt
der Betrag für das Raise in einem Zug in den Pot gelegt.

(2) Das Setzen des Raise-Betrages hat umgehend nach dem Annoncieren zu erfolgen.

(3) Es ist allein die Verantwortung des agierenden Spielers seine Intension eindeutig und klar zu machen.


42: Raises
(1) In No-Limit-Spielen gibt es keine Begrenzung der Raises.

(2) Vor dem Flop muss mindestens um die Höhe des BigBlind geraist werden, danach immer so hoch, wie das
Raise zuvor (Differenz).

(3) Ein Raise muss nach dem Flop mindestens die Größe der letzten Bet oder des letzten Raises der Setzrunde
haben (Differenz).

(4) Half-Bet Raising – Erhöht der Spieler, der ein Raise spielt, (irrtümlich) um mindestens 50% oder mehr der
letzten Bet, aber um weniger als das Minimumraise, muss er ein volles Minimumraise tätigen. Dieses Raise
muss exakt das Minimumraise sein (Ausnahme gem. Regel Nr.45).

(5) Erhöht ein Spieler den vorangegangenen Einsatz um weniger als die Hälfte, ohne sein Raise anzusagen, wird
er aufgefordert, den vorangegangenen Einsatz zu callen.

(6) In No-Limit- und Pot-Limit-Varianten wird durch ein All-In eines Spielers, der mit seinem All-In weniger als das
Minimumraise erreicht, die Setzrunde für die Spieler, die bereits agieren konnten, nicht wieder eröffnet. Diese
können ggf. nur den Betrag auffüllen („incomplete raise“).

(7) Geht ein Spieler All-In und setzt dabei mindestens 50% des Minimum-Raise, handelt es sich um ein „complete raise“ und alle nachfolgenden Spieler müssen, wenn sie das All-In callen wollen, das All-In auf das Minimum-Raise auffüllen. Gegebenenfalls wird ein Side-Pot gebildet.

(7) Geht ein Spieler All-In, dürfen alle nachfolgenden Spieler diesen Betrag (nur) callen, solange kein anderer
Spieler einen höheren Betrag gesetzt hat.
Sobald jedoch ein anderer Spieler den All-In-Betrag erhöhen will oder vor dem All-In-Spieler einen höheren
Betrag gesetzt hat, sind von den nachfolgenden Spielern alle sonst geltenden oben genannten Raise-Regeln
zu beachten. Gegebenenfalls wird ein Side-Pot gebildet.


43: All-in with Hidden Chips / versteckte Chips
(1) Ein erklärtes All-in verpflichtet den Spieler, seinen gesamten Stack in den Pot zu legen, einschließlich aller
verdeckten Chips. Jedoch darf der All-in-Spieler nicht von verdeckten Chips profitieren.

a) Beispiel 1 – Spieler A geht mit (sichtbaren) 21.000 All-in und Spieler B callt mit einem Stack von 100.000.
Während er seine Chips in die Mitte schiebt, verdeckt Spieler A zwei (weitere) Chips à 1.000 mit seinem Arm.
Wenn Spieler A den Pot gewinnt, erhält er nur 21.000 in Chips. Verliert er die Hand, erhält sein Gegner den
gesamten Stack, also 23.000.

b) Beispiel 2 – Spieler A geht mit (sichtbaren) 50.000 All-in und Spieler B callt mit einem Stack von 55.000.
Während er seine Chips in die Mitte schiebt, verdeckt Spieler A einen (weiteren) Chip à 10.000 mit seinem
Arm. Wenn Spieler A den Pot gewinnt, erhält er nur 50.000 in Chips. Verliert er den Pot, erhält sein Gegner die
gesamten 55.000 und verdoppelt.


44: Bets mit einem großen Chip (Oversized Chip)
(1) Immer, wenn eine Aktion zum Call einer bet oder der Call des Blinds mit einem einzigen Chip erfolgt, der
einen größeren Wert hat, als für die Aktion notwendig ist, ist dies lediglich ein Call, wenn nicht vorher mündlich
ein Raise angekündigt wurde.

(2) Für ein Raise muss die mündliche Ankündigung erfolgen, bevor der einzelne Chip den Tisch berührt hat.

(3) Wenn eine Raise angekündigt wurde, ohne einen Betrag zu nennen, ist das Raise das erlaubte Maximum bis
zum Wert des betreffenden Chips.

(4) Nach dem Flop wird ein Einsatz (eine Bet) mit einem Oversized Chip ohne Ansage immer als Einsatz in der
vollen Höhe seines Wertes gerechnet.


45: Bets mit mehreren Chips
(1) Ohne mündliche Ankündigung ist das Platzieren von mehreren gleichfarbigen Chips, deren Wert über den zu
callenden Betrag hinausgeht, dann (nur) ein Call, wenn nach Abzug eines der gesetzten Chips der zu
callenden Betrag nicht erreicht würde.
a) Ein Beispiel: Preflop, Blinds sind 200/400; Spieler A Raise auf 1.200 (ein Raise um 800); Spieler B legt zwei
Chips à 1.000 ohne mündliche Ankündigung in den Pot. Dies ist ein Call, da das Entfernen eines Chips den zu
callenden Betrag von 1.200 nicht erreicht hätte. Hätte Spieler B vier Chips à 500 gesetzt, wäre dies ein Raise
auf 2.000 (weitere 800).

(1) Ohne mündliche Ankündigung ist das Platzieren von mehreren gleichfarbigen Chips, deren Wert über den zu
callenden Betrag hinausgeht, nicht generell (nur) ein Call, wenn nach Abzug eines der gesetzten Chips der zu
callenden Betrag nicht erreicht würde. Vielmehr ist (auch) zu prüfen, ob mindestens ein Minimum-Raise erfüllt
ist.

a) Ein Beispiel: Preflop, Blinds sind 200/400; Spieler A Raise auf 1.200 (ein Raise um 800); Spieler B legt zwei
Chips à 1.000 ohne mündliche Ankündigung in den Pot. Dies ist ein Raise, da Spieler B um mindestens 400
(insgesamt auf mindestens 1.600) erhöht hat.
Hätte Spieler B den Betrag von 1.200 (nur) callen wollen, wäre ein kurzes „Call“ notwendig gewesen.

(2) Werden hingegen verschiedenfarbige Chips in den Pot gesetzt, kommt Regel Nr.41 („Raises“) zur
Anwendung.


46: Anzahl der erlaubten Raises
(1) Es gibt keine Begrenzung der Anzahl von Raises in No-Limit-Varianten.


47: Akzeptierte Aktion
(1) Poker ist ein Spiel, das Aufmerksamkeit und Beobachtung aller Aktion erfordert. Es ist daher die
Verantwortung des callenden Spielers, den korrekten Betrag einer gegnerischen bet zu bestimmen,
unabhängig davon, was der Dealer oder ein Spieler angeben.

(2) Auch wenn ein callender Spieler den Dealer zum Zählen des Betrages auffordert und einen nicht korrekten
Betrag genannt bekommt, trägt der callende Spieler dennoch die volle Verantwortung für seine Aktion und
muss ggf. den richtigen Betrag erbringen.

(3) Wie in allen anderen Turniersituationen auch, kommt ggfs. Regel Nr.1 auf Entscheidung des Turnierdirektors
zur Anwendung.


48: Potgröße und Pot(größe)-Bet
(1) In Limit oder No-Limit Varianten darf niemand, auch nicht der Dealer, die Potgröße angeben.

(2) Die mündliche Ankündigung „Ich bette Pot“ ist in No-Limit-Varianten keine akzeptierte Ankündigung,
sie bindet den Spieler allerdings, ein Bet zu machen.


49: String bets und Raises (verzögerte Einsätze oder Erhöhungen)
(1) Als String Bet bezeichnet man den Versuch, in mehreren Schritten zu setzen oder zu erhöhen. Eine String Bet
liegt vor, wenn ein Spieler erst einen Teil seiner Chips setzt oder erhöht, dann aber ohne vorherige Ansage
oder vorsätzlichen Betrug noch einmal in seinen Chipstapel greift, um weitere Chips zu setzen. Eine String Bet
liegt auch vor, wenn ein Spieler erst einen Teil seiner Chips setzt und dann etwas verzögert weitere Chips, die
sich in seiner Hand befinden, fallen lässt.

(2) Die Dealer sind dafür zuständig, String-bets zurückzuweisen und Raises verbal zu bestätigen.

(3) Alle Spieler am Tisch sind aufgefordert, den Dealer bei der Identifikation einer String Bet oder eines String
Raise zu unterstützen.

(4) Alle von einem Spieler gecallten String Bets und Raises müssen vom Dealer bestätigt werden.


50: Nicht standardisierte und unklare Bets
(1) Spieler, die nicht standardisierte Ausdrücke oder Geste für ihre Deklarationen benutzen, tun dies auf eigene
Gefahr. Diese können anders interpretiert werden, als vom Spieler gewollt.

(2) Insbesondere immer dann, wenn die Größe einer Bet verschiedene Interpretationen erlaubt, ist die zu wählen,
die die kleinere Bet erklärt.
a) Beispiel: „Bet, fünf.“ Wenn unklar ist, ob 500 oder 5.000 gemeint ist, wird die Bet als der geringstmögliche
Wert (hier 500) interpretiert. Bei Blinds 1.000/2.000 kann „Bet, fünf“ nur als 5.000 gewertet werden.
Siehe hierzu auch Regeln Nr.4 („Offizielle Terminologie“) und Nr.41 („Durchführung eines Raises“).

(3) Bets sind durch mündliche Erklärung und/oder mit Chips zu machen. Wenn ein Spieler beides gemacht hat,
wird die Bet dadurch definiert, was zuerst passierte. Wenn beides gleichzeitig passierte, hat eine klare und
angemessene verbale Erklärung Vorrang, sonst zählen die Chips.


51: Bedingte mündliche Aussagen
(1) Bedingte mündliche Erklärungen, die sich auf zukünftige Aktionen beziehen, sind unkorrekt und nicht
erwünscht. Sie können ggfs. durch die Turnierleitung als bindend entschieden werden und können ebenso
eine Strafe nach sich ziehen. Ein Beispiel: „Wenn Du setzt, raise ich.“


52: Dealer Speak
(1) Die Dealer sind angewiesen, Informationen an die Spieler zu bestätigen und die Aktionen des Spiels
anzusagen.

(2) Es ist nicht ihre Aufgabe, Einsätze, Erhöhungen oder All-in-Beträge anzusagen, es sei denn, dies wird von
einem Spieler nachgefragt oder zur Verifizierung einer Ansage eines Spielers.

(3) Dealer dürfen keine weiteren Informationen geben, wie z.B. wer vor dem Flop erhöht hat usw.


H: Pots und Showdown

53: Deklaration
(1) Die Karten entscheiden. Mündliche Aussagen zum Kartenwert oder dem Wert der gespielten Hand sind nicht
verbindlich, allerdings kann ein Spieler bei absichtlich falscher Deklaration bzw. Missbrauch bestraft werden.


54: Aufdecken der Karten beim All-in
(1) Alle Karten der noch in der Hand befindlichen Spieler müssen aufgedeckt werden, sobald ein Spieler All-in ist
und es keine weitere Aktion durch andere (in der Hand beteiligte) Spieler mehr geben kann.

(2) Wirft ein Spieler seine Hand versehentlich ab, bevor die Karten aufgedeckt wurden, hat das Turnierpersonal
das Recht, die Karten wieder ins Spiel zu bringen, sofern sie eindeutig identifiziert werden können. Spieler, die
ihre Karten in einer All-in-Situation absichtlich abwerfen, können bestraft werden.

(3) Side Action – Wenn mehrere Spieler mit einem All-in-Spieler um den Main Pot spielen, sind alle Spieler, die im
Showdown um den Side Pot spielen, verpflichtet, ihre Karten ebenfalls zu zeigen.

(4) Wenn ein All-in-Spieler um den Main Pot spielt, darf kein Side-Pot-Spieler beim River-Showdown seine
Karten passen. Der Dealer ist angewiesen, alle Hände aufzudecken. Die Hände sind so weiterhin in der Lage,
am Pot teilzuhaben.


55: Reihenfolge beim Aufdecken der Karten / Showdown (laut EPT)
(1) Am Ende der Action muss der Spieler, der den letzten Einsatz gemacht hat, als Erster seine Karten zeigen –
die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Dies gilt auf dem River, dem Turn, dem Flop und vor dem Flop.

(2) Erfolgte kein Einsatz, muss der Spieler am Platz links des Button seine Karten zuerst zeigen – die anderen
Spieler folgen im Uhrzeigersinn.

(3) Die anderen Spieler dürfen sich der Reihe nach weigern, ihre Karten zu zeigen, jedoch verlieren sie durch das
Passen der Hand ihren Anspruch auf den Pot.

(4) Beim Verdacht, dass ein (z.B. befreundeter) Spieler seine Karten fouldet, obwohl er offensichtlich die bessere
(wenn nicht sogar die beste) Hand hält, hat der Dealer das Recht, verdeckt Einblick in die gefouldeten Karten
zu nehmen. Bestätigt sich der Verdacht, ist der Floorman zu informieren, der dann das Verhalten ahndet.


56: Winning Hand
(1) Um den Pot zu gewinnen, muss der Spieler alle Karten aufdecken. Dies schließt das „Spielen des Boards“
mit ein.

(2) Ist nur ein Spieler am Ende übrig, muss er seine Karten zum Erhalt des Pots nicht zeigen.
Ein Beispiel: Spieler B setzt auf dem River und Spieler A callt. Daraufhin wirft Spieler B ab und Spieler A bleibt
als einziger aktiver Spieler in der Hand. Spieler A gewinnt den Pot, ohne seine Hand zeigen zu müssen.

a) Tabled Hand
Eine „Tabled Hand“ liegt dann vor, wenn alle Karten aufgedeckt auf dem Tisch liegen. Das kurze Zeigen der
Karten, ein Hochhalten oder ähnliches gilt nicht als Tabled Hand. Hände werden nicht gewertet und können
den Pot nicht gewinnen, solange sie nicht auf dem Tisch liegen.

b) Refusal to Show
Verweigert ein Spieler das Zeigen aller Karten, kann der Dealer die übrigen Karten nicht einfach aufdecken,
sondern muss das Floor-Personal rufen. Das Floor-Personal fordert den Spieler auf, seine Karten zu zeigen.
Zeigt er sie nicht, werden sie gepasst. Hat der Spieler seine Karten nach einem Countdown von fünf
Sekunden immer noch nicht aufgedeckt, erklärt das Floor-Personal seine Hand für „tot“ und verhängt eine
Strafe gegen ihn wegen Spielverzögerung. Die anderen Spieler am Tisch dürfen die Karten des Spielers nicht
aufdecken. Geschieht dies dennoch, gilt die aufgedeckte Hand als live. Der Spieler jedoch, der die Karten
unerlaubter Weise aufdeckte, wird wegen Verstoß gegen die Turnier-Etikette bestraft.


57: Showing the Winner
(1) Jeder Spieler, der aktiv den Showdown erreicht, kann darum bitten, die Karten jedes vor ihm sitzenden und
„gecallten“ Spielers zu sehen.

(2) Haben Spieler ihre Karten bereits abgeworfen, haben sie kein Anrecht darauf, die Karten anderer Spieler
zu sehen.

(3) Alle von den Showdown-Spielern angefragten Hände werden offengelegt und können noch am Pot teilhaben.

(4) Spieler, die es nicht bis in den Showdown schaffen, haben kein Recht, das Zeigen anderer Karten
einzufordern.

(5) Gibt es eine berechtigte Annahme hinsichtlich unerlaubter Absprachen zwischen mehreren Spielern, können
die Spieler vom Dealer verlangen, die betreffenden Karten zur Seite zu legen und das Floor-Personal bitten,
die Hand zu prüfen.


58: Beim Showdown das board spielen
(1) Ein Spieler, der beim Showdown das board spielen will, muss alle eigenen Karten zeigen, um einen Anteil am
Pot zu bekommen.


59: Das Recht, eine Hand zu sehen
(1) Unabhängig von den Showdown-Regeln hat lediglich der Turnierdirektor das Recht, einen Spieler
aufzufordern, seine Hand zu zeigen (z.B. wenn die Vermutung besteht, dass eine Hand ungültig ist oder der
Verdacht auf Zusammenspiel mehrerer Spieler besteht). Dieses Recht darf nicht missbraucht werden.

(2) Ein Spieler der seine eigenen Karten beim Showdown nicht aufdeckt und in den Muck wirft, verliert jedes
Recht, einen anderen Spieler in der Hand zum Aufdecken seiner Karten aufzufordern.


60: Unabsichtlich eingezogene Hände / Tote Hände / Unprotected Hands
(1) Der Spieler muss seine Hand zu jeder Zeit selbst schützen.

(2) Zieht der Dealer eine ungeschützte Hand unabsichtlich ein oder erklärt sie für tot, hat der Spieler weder das
Recht, die Hand, noch die bereits gesetzten Chips zurückzuerhalten.

(3) Nur wenn der Spieler eine Bet oder ein Raise getätigt hat, dass noch nicht gecallt wurde, erhält er den nicht
gecallten Betrag an Chips zurück. Wurde das Raise jedoch gecallt, kann der Spieler aus dem Turnier
ausscheiden.

(4) Wenn eine Hand gefouldet wurde, weil die Karten mit denen eines anderen Spielers in Kontakt gekommen
sind, aber noch identifiziert werden können, bleibt die Hand im Spiel, auch wenn die Karten in dem Prozess
gezeigt wurden. Zur Identifizierung der Karten ist zwingend der Floorman zu rufen.

(Beispiel: Ein anderer Spieler versucht, seine Karten in den Muck zu werfen, aber sie landen oben auf ihren
oder darunter oder dazwischen.)


61: Töten der Gewinnerhand / Killing Hand
(1) Der Dealer kann keine (offensichtliche) Gewinnerhand, die offen auf den Tisch gelegt wurde, für tot erklären.

(2) Alle Spieler sind aufgefordert bei der Entscheidung, welches die Gewinnerhand ist, zu helfen, falls die Gefahr
besteht, dass ein Fehler gemacht wird.


62: Zuteilung des übriggebliebenen Chip (Odd Chips / Split Pot)
(1) Ein übriggebliebener Chip bei Teilung geht an den Spieler aus der Hand, der links vom Button sitzt.


63: Side Pots
(1) Jeder Side Pot wird getrennt vom Main Pot gelegt und abgerechnet.

(2) Die Pots werden vor der Teilung nicht zusammengeführt.

(3) Die Spieler dürfen einen Pot in keinem Fall berühren.


64: Angefochtene Pots / Disputed Hands
(1) Das Recht, eine Hand anzufechten, erlischt sobald eine neue Hand beginnt. Eine neue Hand beginnt mit dem
ersten Mischen der Spielkarten. Bei Verwendung einer Mischmaschine beginnt die Hand mit dem Betätigen
des Misch-Button durch den Dealer.
Dazu siehe Regel Nr.14 (Nächste Hand und Neue Blindstufe).


I: Etikette und Strafen

65: Keine Offenlegung von Informationen
(1) Die Spieler sind verpflichtet, die Integrität des Turniers und der anderen Spieler jederzeit zu wahren.
Aus diesem Grund dürfen Spieler, ob sie in der aktiven Hand sind oder auch nicht, während einer laufenden
Hand :

a) Informationen über gefoldete Karten preisgeben,

b) das laufende Spiel beurteilen oder kritisieren und Ratschläge geben,

c) versuchen, eine Hand, die noch nicht aufgedeckt ist, offen zu beurteilen,

d) eine Hand oder Strategie mit einem Zuschauer diskutieren oder

e) Rücksprache halten mit einem außenstehenden Ansprechpartner.

(2) Die „One-player-to-a-hand-Regel“ ist einzuhalten (Es ist nur ein Spieler pro Hand/Blatt zulässig).


66: Öffnen der Karten / Exposing Cards
(1) Ein Spieler, der versehentlich seine Karten zeigt, bevor alle Aktionen der laufenden Hand abgeschlossen sind,
kann eine Strafe erhalten. Seine aktuelle Hand ist jedoch nicht tot, aber passiv. Er darf nur noch callen oder
foulden (nur noch reagieren, nicht mehr agieren). Die Strafe beginnt erst mit dem Ende der laufenden Hand.

(2) Absichtliches oder wiederholtes Öffnen der Hand während des Spiels erklärt die Hand für „tot“.
„Offenes Überlegen“ ist nicht erlaubt. Die Entscheidung über eine Strafe obliegt nur dem Floorman und ist
nicht anfechtbar.

(3) Alle Spieler am Tisch haben das Recht, gezeigte Karten zu sehen (Show one, show all). Sollte der Dealer
bemerken, dass ein Spieler seine Karten so gehalten hat, dass ein anderer Spieler (z.B. sein Nachbar) diese
einsehen konnte, hat der Dealer die Karten nach dem Foulden bzw. nach der Rückgabe separat
aufzubewahren und sie dann (nach der Hand) allen Spielern zu zeigen. Auch aus diesem Grund sollten alle
Spieler ihre Karten so betrachten (z.B. durch Schutz mit der anderen Hand), dass kein anderer Spieler
Einsicht in diese nehmen kann.


67: Exposing and Mucking
(1) Spieler, die ihre Karten einem anderen Spieler zeigen, der bereits gepasst hat, und danach selbst abwerfen,
können bestraft werden.

(2) Die Dealer sind gehalten, die entsprechenden Karten getrennt aufzubewahren und am Ende der Hand allen
Spielern zu zeigen (Show one, show all).

(3) Spieler, die wiederholt gegen diese Regel verstoßen, werden bestraft.


68: Ethischen Benehmen / Faires Spiel / Verbotene Absprachen
(1) Poker ist ein Individualspiel. Softplay (das Schonen von bestimmten anderen Spielern, z.B. das
Nichtanspielen der Nuts in letzter Position) zieht Strafen nach sich, die den Verlust von Chips bis hin zur
Disqualifikation sein können.

(2) Chip Dumping (freiwilliges Verlieren von Chips), Absprachen, die Spieler vor einer „Bubble“ (die Position vor
Erreichen des Preisgelds oder des Finaltischs) bewahren (z.B. durch ein kontinuierliches Passen des Big Blind
auf der Bubble) und anderen Formen von Zusammenarbeit haben immer die Disqualifikation zur Folge. „Chip
Dumping“ liegt vor, wenn ein Nutzer vorsätzlich Chips/ein Spiel verliert, um absichtlich seine Chips an einen
anderen Spieler zu transferieren.


69: Verstoß gegen die Poker-Etikette / Strafen und Disqualifikation / Penalties
(1) Die Spieler sind ausdrücklich angehalten, in der Reihenfolge zu setzen.

(2) Wir weisen ausdrücklich auf die Einhaltung der Pokeretikette hin, um einen ordentlichen und
zufriedenstellenden Spielverlauf zu gewähren.

(3) Alle Turnierteilnehmer müssen sich für die Dauer des Events in allen Turnierbereichen höflich und anständig
benehmen. Jeder Teilnehmer, der ein unangemessenes Verhalten gegenüber einem anderen Teilnehmer
bemerkt, sollte dies sofort einem Floor-Mitarbeiter melden. Eingeschlossen – aber nicht ausschließlich – sind
Spieler, deren persönliche Hygiene oder Gesundheitszustand die anderen Spieler an den Tischen
beeinträchtigt. Die Entscheidung darüber, in wie weit die persönliche Hygiene oder Gesundheit eines
Einzelnen andere Spieler beeinträchtigt, trifft das Turnierpersonal. Mögliche Sanktionen gegenüber einem
Spieler, der sich weigert, die Situation in befriedigender Art und Weise zu verändern, bestimmt der Floorman
bzw. der PVB-Vorstand.

(4) Unflätige Äußerungen
Das Beleidigen anderer Spieler, der Turniermitarbeiter, des Personals des Veranstaltungsortes und anderen
Personals wird nicht toleriert. Unflätige, obszöne oder beleidigende Äußerungen gegen einen Spieler
oder einen Mitarbeiter (auch indirekte) werden bestraft.

(5) Stellt der Dealer fest, dass ein Spieler am Tisch gegen Regeln oder Etikette verstößt, ist er berechtigt und
angehalten, diesen auf seine Verfehlung hinzuweisen (Hinweis).
Der Hinweis ist auf der Tischkarte mit dem entsprechenden Spielernamen zu notieren.

(6) Wiederholt sich bei einem Spieler ein Verstoß oder treten unterschiedliche Verfehlungen auf, ist allein der
Dealer berechtigt, den Floorman hinzuzuziehen! Nur der Floorman ist befugt, nach Abwägen der bisherigen
Hinweise und Verfehlungen nunmehr Ermahnungen und Sanktionen auszusprechen!
Die Ermahnungen/Sanktionen sind auf der Tischkarte mit dem entsprechenden Spielernamen zu notieren.

(7) Ein Spieler kann den Floorman nicht selbst hinzuziehen. Er muß den Dealer um Hinzuziehung des Floorman
ersuchen.

(8) Der PVB-Vorstand und/oder der Floorman können nach ihrem eigenen und ausschließlichen Ermessen
jede Handlung bestrafen (wie nachfolgend angegeben), die gegen die offiziellen Regeln und besten
Interessen des Events verstößt, beginnend mit mündlichen Verwarnungen bis hin zur Disqualifikation und
dem Ausschluss von allen zukünftigen Live-Events des PVB.

(9) Dem PVB-Vorstand und/oder dem Turnierdirektor stehen dafür unter anderem die folgenden
Strafmaßnahmen zur Verfügung (Aufzählung nicht ausschließlich):

a) Mündliche Verwarnung,

b) ein- oder mehrfache Handstrafen („missed hand“),

c) einfache oder mehrfache Orbit-Strafen,

d) „dead (ungültige) Hand“,

e) Zeitstrafe:
Hier wird der Spieler für eine bestimmte Zeit des Turnieres verwiesen und muss auch den Turnierbereich
verlassen. Die Mindeststrafe beträgt 10 Minuten, das Maximum 50 Minuten!

f) Punktabzug:
Es werden maximal 2 mal 2 Punkte von der Platzwertung des betroffenen Spielers abgezogen.
Dies gilt sowohl für die Einzel- als auch für parallele Vereins-/Clubwertung.

g) Ausscheiden aus dem Event (Elimination Penalty),

h) Disqualifikation vom Event (inklusive des Verlustes aller gewonnenen Preise und Punkte),

i) Ausschluss vom Event,

k) Ausschluss von allen Events des PVB/Spielersperrung,
Sperrung eines Spielers für die laufende Saison und/oder eine Geldstrafe für den betreffenden Verein/Club.

(m) Club-/Vereinsausschluss:
Die schwerwiegendste Strafe stellt der Ausschluss eines Vereins/Clubs aus dem PVB dar!

(10) Folgende Verstöße gegen die Poker-Etikette ziehen eine Ermahnung nach sich,
wiederholte Verstöße werden bestraft. Dazu gehören unter anderem (jedoch nicht ausschließlich)

a) das unnötige Berühren von Chips oder Karten anderer Spieler,

b) Spielverzögerungen,

c) das Agieren außer der Reihenfolge,

d) das übermäßige unruhige Spielen mit den eigenen Chips (Splashing),

e) absichtliches Setzen außerhalb der Reichweite des Dealers,

f) überlautes/ständiges Gerede am Tisch,

g) ausgelassenes, theatralisches Feiern,

h) unangemessenes Verhalten,

i) physische Aktivitäten wie Gesten oder Gebaren,

j) Tisch verlassen, obwohl die eigene Hand noch aktiv ist,

k) beleidigende Aussagen über den Spielstil anderer Spieler,

m) das Beschimpfen anderer Spieler wegen deren Spielweise im Turnier,

n) Kritik am Dealer,

o) „open fold“,

p) vorzeitiges Aufdecken der Karten,

q) Zeigen der Karten an Außenstehende oder andere Spieler,

r) Chips beim „Bet“ in den Pot werfen,

s) den Pot selbst vor der Zuteilung einziehen,

t) Coaching am Tisch oder tischübergreifend,

u) „Stringbet“,

v) Falschannoncen,

w) Karten vom Tisch werfen,

x) Karten so heftig abwerfen, dass sie aufgedeckt werden,

y) die one-player-to-a-hand Regel verletzen und/oder

z) vergleichbare Vorfälle.

(11) Eine Strafe muss ausgesprochen werden:

I. Zeitstrafe:
a) Softplay , wie z.B. Nichtanspielen bzw. Nichtraisen der Nuts in letzter Position,

b) bereits 2 Ermahnungen erhalten,

c) verbale (unverhältnismäßige) Auseinandersetzung am Tisch oder tischübergreifend,

d) Karten absichtlich vom Tisch werfen,

e) Karten gezielt auf den Dealer werfen,

f) verbales Angreifen des Dealers, eines Spielers oder des Floor-Personals,

g) Chips (unverhältnismäßig) werfen,

h) bei einer Tischauflösung oder einem Tischausgleich absichtlich langsam den Tisch gewechselt, um das am
neuen Tisch anstehende Zahlen eines Blinds zu umgehen (Blinds sind nachzuzahlen und kommen in den
nächsten Pot)
II. Punktabzug:
i) fortgesetztes oder besonders schweres Fehlverhalten bei „Zeitstrafe“
III. Ausschluss:
k) körperliche Auseinandersetzung mit anderem Spieler oder Personal,

m) Betrugsversuche (wie z.B. die offensichtlich mutwillige und/oder wiederholte Markierung oder Beschädigung
von Karten),

n) Pokerchips werden vom Tisch entfernt (z.B. in der Pause)

o) Chips werden nicht sichtbar, z.B. in der Hosentasche, zum anderen Tisch transportiert (bei Tischausgleich
oder Tischauflösung),

p) Nichtbefolgen der Anordnungen des Floormans

(12) Missed Hand/Orbit Penalty

a) Außer bei der „Eine-Hand-Strafe“ werden „missed-hand-Strafen“ wie folgt berechnet: Der Bestrafte verpasst
eine Hand für jeden Spieler am Tisch (inklusive ihm selbst) multipliziert mit den Runden, die in der Strafe
ausgesprochen wurden. Während der Strafe hat der Bestrafte den Tisch bzw. ausgewiesenen Turnierbereich
zu verlassen, es wird ihm aber eine Hand ausgeteilt (die sofort für „tot“ erklärt wird).

b) Die Chips eines disqualifizieren Spielers werden eingezogen.

c) Der Dealer muss das Floor-Personal davon unterrichten, wann/sobald der bestrafte Spieler an seinen Platz
zurückkehren darf.

d) Wiederholungen werden durch steigende Strafmaßnahmen geahndet.

(13) Zeitliches Übertragen der Strafe
Alle Strafen eines Spielers werden zeitlich übertragen („Penalties Move“). Das bedeutet: Wenn der Spieler
z.B. eine zweifache Orbit-Strafe erhält (16 Hände) und wegen des Endes des Turniertages nur fünf Hände
aussetzen kann, verbüßt er den Rest seiner Strafe zu Beginn des darauf folgenden Turniertags. Dies gilt
auch beim Auflösen von Tischen, Platzveränderungen usw.
(14) Elimination Penalty
Spieler, die vom Event ausgeschlossen werden, beenden das Turnier mit der Platzierung entsprechend ihres
Ausschlusses.
Ein Beispiel: Bei noch 15 Spielern im Turnier (bei 100 Preisgeldplatzierungen) wird ein Spieler vom Turnier
ausgeschlossen. Die Chips des Spielers werden aus dem Turnier genommen, er beendet das Event auf
Rang 15 und erhält die entsprechenden Punkte.
(15) Disqualification
Im Falle einer Disqualifikation werden die Chips des betroffenen Spielers eingezogen, das (evtl.) Buy-in bleibt
Teil des Preispools und der Spieler hat kein Anrecht auf irgendeinen Preis. Der disqualifizierte Spieler muss
den Turnierbereich unverzüglich verlassen und erhält 0 Punkte. Diese Maßnahme zieht immer eine Strafe für
den entsendenden Verein/Club nach sich!

(16) Escalation
Die zu verhängenden Strafen müssen nicht immer dem Ausmaß des Verstoßes entsprechen. Die
Turniermitarbeiter können einen Spieler auch nach einem einzigen Regelverstoß von entsprechendem
Ausmaß disqualifizieren. Die Spieler sollten wissen, dass alle unter Strafe stehenden Aktionen auch bei
ihrem ersten Auffallen eine große Palette an Disziplinarmaßnahmen zulassen.

(17) Alle Strafen durch den Floorman gelten unverzüglich und sind zu dokumentieren!

(18) Eine Weigerung gegen die ausgesprochene Strafe zieht einen sofortigen Ausschluss des Spielers aus dem
Turnier, sowie eine Club-/Vereinsstrafe nach sich!


J: Sonstiges

70: TV-Tische und Hole Cards
(1) Spieler, die an einem Turnier teilnehmen, das vom Fernsehen aufgezeichnet wird, sind verpflichtet, mit den Fernsehmitarbeitern zu kooperieren. Dazu zählt das Zeigen der Hole Cards (Handkarten) für die Tischkamera. Ein Nichtbefolgen kann bestraft werden.


71: Tournament Property
(1) PVB-Turnierchips haben keinen finanziellen Gegenwert und sind ausschließliches Eigentum des PVB.
Sie dürfen weder aus den Turnierbereichen noch aus dem für sie vorgesehenen Event entfernt werden.

(2) Spieler, die Chips von einem in einen anderen Event mitnehmen oder an einen anderen Spieler übergeben,
werden bestraft, bis hin und einschließlich einer Disqualifikation und dem Ausschluss von allen Live-Events
des PVB.


72: Spielkleidung
(1) PVB-Spieler haben während der Spieltage und Turniere „Vereins-/Clubkleidung“ zu tragen bzw. Zeichen, die eine Vereins-/Clubzugehörigkeit erkennen lassen (z.B. „Patches“).

(2) Während der PVB-Spieltage und -turniere dürfen die Spieler ggfs. keine Kleidung mit Werbung für (Online-)Anbieter von unerlaubtem Glücksspiel tragen. Dies gilt insbesondere, wenn das Turnier bzw. der Spieltag in Räumlichkeiten durchgeführt werden, in denen das Tragen derartiger Kleidung mittels Hausordnung untersagt ist. Zuwiderhandlungen werden bestraft und können beim Nichtentfernen der Kleidung (Werbung) zur Disqualifikation und dem Ausschluss von allen Live-Events des PVB führen.